Samstag, 31. Juli 2010

Nightcap Nationalpark (25.07.)



Nach dem Auschecken fuhren wir den Weg über Nimbin und The Channon zurück (wir mussten unseren eigentlichen Plan ein bisschen umstrukturieren und daher einen Teil der Strecke, die wir schon gefahren waren, nochmal machen) zum Nightcap Nationalpark, um die Minyon Falls zu besuchen, die uns im Mount Warning Nationalpark empfohlen wurden. Ein Wegweiser zu den Protester Falls brachte und jedoch von diesem Plan ab und wir folgten ihm durch den Nationalpark, um uns nach einer kleinen Wanderung vor einem unglaublichen Wasserfall wiederzufinden.
Aus schätzungsweise 60-80 Metern stürzte das Wasser hinab in einen See, um sich dann seinen Weg durch den Regenwald zu suchen - ein eindrucksvolles Spektakel, an dem wir uns gar nicht satt sehen konnten. Die Tatsache, dass die Wasserfälle in Australien im Moment eigentlich nicht so spektakulär sind / sein sollen, weil es ja keine Regenzeit ist, störte uns hierbei wenig und vermutlich wären wir mit einem noch gewaltigeren Naturschauspiel auch überfordert gewesen.
Danach fuhren wir weiter nach Tweed Heads, dem Ort, an dem New South Wales und Queensland aufeinander treffen, um morgen ein Foto an der Grenze zu machen und mal an zwei Orten gleichzeitig zu sein.

Freitag, 30. Juli 2010

Mount Warning Nationalpark (24.07.-25.07.)





Heute Morgen starteten wir unsere Reise zum bzw. auf den Mount Warning. Wir dachten uns, einen 1157 Meter hohen Berg per Rundweg (8,8 km hin und zurück) zu erklimmen, würde schon nicht so anstrengend werden. So kann man sich irren! Der Rundweg war nicht so ein typischer deutscher Kiesweg. Wer sich anfangs noch über die Steintreppen beschwert, wird schon von den bald folgenden Holzstufen (mit viel zu hohem und vor allem unregelmäßigem Abstand) nicht viel halten. Der Teil der Strecke, wo dann einfach nur noch irgendwelche Steinbrocken auf dem Weg rumliegen, über die es zu steigen gilt, ohne sich den Knöchel zu brechen, ist allerdings immer noch nicht die Schlimmste. Wenn man seinen Weg über die glitschigen Brocken gemeistert hat, ohne nach links in den Abgrund abzurutschen, kommt man 500-600 Meter vor dem Ziel an den Punkt, wo man sich echt überlegen muss, ob man sich wirklich den Rest des Wegs zutraut (einige stehen hier unten und warten auf den Rest der Gruppe, weil sie sich nicht trauen). Ab hier geht es steil (wie an einer Kletterwand, nur ohne Sicherungsseil) bergauf und nur ein Stahlseil verhindert das Abrutschen und somit 10 Meter tiefe Fallen. Dennoch entschlossen wir uns, am Hinweisschild (nur körperlich fitte und trittsichere Wanderer dürfen hier weiter) vorbei die Wand in Angriff zu nehmen. Irgendwann endete dann leider noch das Stahlseil und wir kämpften uns mit vollem Körpereinsatz ohne Scheu vor Dreck und Matsche zur Spitze. (Oben das Bild ist abwärts fotografiert, die Entfernung ist nur 2 Meter ca., aber der Höhenunterschied etwa 10 Meter) Letztendlich hat sich all die Anstrengung aber gelohnt, denn die Aussicht vom "Wollumbin" (=Wolkenfänger, kämpfender Herrscher des Berges, Wettermacher) über das Tal und die umliegenden Regionen war, wenn grade die Wolken nicht die Sicht behinderten, einfach unglaublich. Oben lernte ich dann auch noch, dass der Mt. Warning nur im Frühling, Herbst und Winter die erste Stelle ist, die von der Sonne berührt wird.



Nachdem wir uns satt gesehen und etwas gestärkt hatten, machten wir uns wieder an den Abstieg, der deutlich schneller zu bewältigen war, sodass wir nach 3 Stunden und 45 Minuten wieder am Auto angekommen waren und damit sogar noch unter den 4-5 Stunden Richtwert lagen.



Im Lager trafen wir dann noch auf Tobias (27, promoviert in Physik), der uns ein Gespräch aufzwang und sich auch durch meine bissigen Bemerkungen (vermutlich kann sich das jeder genau vorstellen) nicht verteiben ließ. Dennoch zog er dann glücklicherweise ab und ließ uns endlich ins Bett...

Border Ranges Nationalpark (23.07.) und Mount Warning National Park (23.07.-25.07)



Als hätte ich gewusst, was mich bald erwartet, wollte heute morgen ausnahmsweise ich mal nicht aufstehen. Denn nach dem Frühstück und der Dusche verbrachte ich gut 90 Minuten damit, unseren 15-Liter-Trinkwasser-Kanister wenigstens bis zur Hälfte wieder aufzufüllen (der Deckel geht nicht ab und so blieb mir nur das Einfüllen durch das Strohhalm große Loch). Somit waren meine Nerven für die Zickereien unseres Autos eigentlich nicht gewappnet. Als uns dann jedoch unser netter Nachbar erklärte, dass Automatikautos manchmal im Parkmodus nicht starten und wir dann einfach nur in den Leerlauf schalten müssten, lief alles, wie es sollte. Wir schauten also ein letztes Mal zurück auf die Kuhkoppel mit den Nutztieren, die mich die ganze Nacht genervt und quasi zum Küheschubsen aufgefordert hatten, und machten uns auf den Weg zum Border Ranges Nationalpark, der übrigens zum Weltnaturerbe gehört, und folgten der Schotterpiste über Schlaglöcher und Holzbrücken durch fantastischen Regenwald mit irrealem Ausblick über die Umgebung. Nach dem Parkbesuch fuhren wir nach Murwillumbah, kauften ein und suchten uns einen Campingplatz. Wir landeten auf dem Mount Warning Caravan Park, von dem aus wir morgen in den Mt. Warning Nationalpark aufbrechen werden, den ersten Ort wo in Australien die Sonne die Erde berührt.

Nimbin (22.07.)

Heute morgen ließ uns erst einmal unsere Autobatterie im Stich. Aber Gott sei Dank gibt es ja nette Australier und so mussten wir gar nicht erst nach Hilfe fragen, weil unser netter Nachbar uns bereits seine Hilfe angeboten hatte. Nach einer Starthilfe lief unser Motor auch wieder einwandfrei, aber dennoch trauten wir uns nicht, auf unserer Reise über die hügelige, einsame Landstraße (wie geplant) in Bangalow anzuhalten. Stattdessen durchquerten wir das 1230-Einwohner-Städtchen mit den vielen Galerien, Botiquen und Lokalen nur und fuhren sofort weiter nach Nimbin. 1973 rief die australische Studentenvereinigung in Nimbin Valley das "Aquarius Festival" ins Leben, das ein großer Erfolg war. Einige der Teilnehmer blieben in der Stadt und machten die 400-Einwohner-Stadt zum Hippie-Dorf. Und ja, es sieht hier genau so aus, wie man es sich vorstellt. Dreadlocks, Batikshirts und ganz viele kaputte Menschen ^^ Wir schlenderten ein bisschen die einzige Straße der Stadt rauf und runter und schauten durch die Geschäfte. Danach folgte das Nimbin Museum (hat eigentlich eher was von einer Dachbodenentrümpelung, bei der man danach alles bunt angesprüht hat, aber immerhin mal was anderes) und die Hemp Embassy, ein Art Laden, der sich der Legalisierung von Hanf widmet.
Nachdem wir genug gesehen hatten, fuhren wir in den Border Ranges Nationalpark, wo wir die heutige Nacht campen, um uns morgen den Nationalpark anzuschauen und den Duftstäbchengeruch aus der Kleidung zu bekommen.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Byron Bay (20.07.-22.07.)




Nachdem wir unsere unglaublich heiße Konstruktion von Zelt abgebaut hatten (gestern Abend fing es heftig an zu regnen und so mussten wir feststellen, dass unsere Zeltwand bzw. die Nähte doch nicht dicht sind, sondern das Wasser nach innen leiten, wo es dann auch zu regnen beginnt. Aber frei nach dem Motto "Man kann schon doof sein, man muss sich nur zu helfen wissen" schnappten wir uns den Sonnenschutz, den man vor unser Auto bauen kann und spannten ihn so über das Zelt, dass das Wasser nicht auf die Nähte traf.), fuhren wir heute weiter nach Lennox Head (4000 Einwohner), dessen "malerische Küsten" (lonely planet) die Lieblingsorte der Einheimischen darstellen. Da das Wetter aber immer noch nicht wieder gut war und das Meer eher unruhig als nett anzusehen war, gab es für uns leider nicht viel zu sehen, sodass wir weiter zum Lake Ainsworth fuhren, einer Lagune gleich hinter der Küste, die durch die Tannine der umstehenden Teebäume rotbraun geworden ist. In diesem See zu schwimmen soll unglaublich gut für die Haut sein, aber zum Glück konnten wir uns grade eben noch beherrschen ^^
Stattdessen fuhren wir weiter nach Byron Bay (9000 Einwohner), dem beliebtesten Ort der ganzen Region, wo die Menschen einfach unglaublich entspannt in den Tag hinein leben. Wir suchten uns einen Zeltplatz, erwischten heute jedoch ausgerechnet den mit den unglaublich "freundlichen" Menschen, die uns einen Platz für "kleines" Geld vermieteten. Dennoch buchten wir gleich zwei Nächte, gingen einkaufen und vertrieben uns den restlichen Tag mit lesen, Reise planen, Hörbüchern, duschen und einem leckeren Abendessen.
Mittwoch kam trotz des super Wetters erst einmal böses Blut auf, was sich aber schnell erledigt hatte, bevor es überhaupt nur zu einem Streit kommen konnte. Wir brachen auf, um das gute Wetter zu nutzen und gingen am Strand entlang zum Aussichtpunkt, von dem aus wir ein paar Fotos schossen, und dann von dort aus querfeldein zum Rundweg wanderten, dem wir bis zum nächsten Strand folgten, um dort unseren Weg zum Cape Byron, dem östlichsten Punkt Australiens fortzusetzen.
Nach ein paar weiteren Fotos starteten wir unseren Rückweg über die Felsen, was wir jedoch abbrechen mussten, weil es irgendwann zu waghalsig wurde. Als gingen wir zurück und nahmen den Rundweg zurück zum Caravanpark. So schnuckelig unser Ausflug auch klingt, er dauerte 3,5 bis 4 Stunden, sodass danach nicht mehr viel mit uns anzufangen war.
Dementsprechend gut schliefen wir heute Nacht.

Ballina (19.07.-20.07.)

Etwas anders als geplant startete der heutige Tag, als mein Vorschlag, erst zu duschen, waschen und das Zelt abzubauen, weil man notfalls auch unterwegs frühstücken kann, konsequent übergangen wurde. Wir frühstückten also erstmal in aller Seelenruhe, nahmen eine ausgedehnte Dusche und fingen an, unsere dreckigen Sachen (selbstverständlich von Hand) zu waschen. Als wir fertig waren, blieb uns dann noch schätzungsweise eine Minute Zeit, um den gesamten Platz zu räumen. Wir checkten also fast pünktlich aus (für Australier war es ja quasi noch pünktlich), kauften Gasnachschub und folgten dem Pacific Highway in Richtung Ballina. Um dem stupiden gradeaus fahren etwas zu entkommen, entschied ich mich das zweite Mal für den Touristdrive, eine Umgehungsstraße um den Highway, der die Gegend zeigen soll und einen Eindruck davon vermitteln soll, wie die Menschen hier leben. Allerdings war auch dieser Weg, der uns unter anderem durch Lismore führte, mal wieder eher unnötig. Dennoch führte er uns aber immerhin (im Gegensatz zu letzten Mal) ans Ziel: Ballina (34.700 Einwohner). Wir fuhren zu einem Campingplatz, wo wir unser Lager aufschlugen und den Nachmittag damit verbrachten, illegaler Weise eine Wäscheleine aufzuhängen und die Nudeln von gestern erneut zu kochen - wie sich später rausstellen sollte, dieses Mal mit Tomatenmark statt mit Tomatensauce, was den eigenartigen und ekligen Geschmack erklärte ^^ Für einen Moment überlegte ich ernsthaft, mein Abendessen an die Vögel, die mich beim Kochen schon "angegriffen" hatten und mir und meinem Teller überall hin folgten, zu verfüttern.
Nach einer 60-minütigen Bohnanza-Runde und etwas Uno hängten wir unsere Klamotten wieder ab und gingen schlafen. Somit war dieser Tag nicht grade erfolgreich, da das Wetter leider mal wieder absolut nicht mitspielte...

Yamba (18.07.-19.07.)


Nachdem gestern der erste Tag mit Sandalen und Shorts war, reisten wir heute weiter in Richtung Norden (und somit Wärme) weiter. Die Wärmegrenze haben wir jedoch langsam schon erreicht - heute waren wieder kurze Sachen angesagt.
Unseren ersten Stopp legten wir in Grafton ein, einer beschaulichen Stadt am Clarance mit immerhin 18.500 Einwohnern, die ansonsten aber nicht soo viel zu bieten hatte. Daher fuhren wir recht bald weiter zum Angourie Point, von wo man einen sehr guten Blick über das Meer und den Yuraygir Nationalpark hat. Außerdem schauten wir uns noch die Quellwasserpools an (in denen ich aber nicht schwimmen wollen würde).
Aufregender waren heute jedoch die beiden Kängurus, die ein paar Schritte hinter dem "Achtung Kängurus!"-Schild gemütlich über die Straße hüpften. Zum Glück konnten wir noch rechtzeitig bremsen, so dass sowohl wir, als auch unsere wilden Freunde unbeschadet die Reise fortsetzen konnten. Unsere führte uns zu einem vorwiegend von Rentnern genutzten Caravanpark. Aber es hat ja auch alles seine positiven Seiten. So lieh uns die Caravannachbarin ganz selbstlos ihren Hammer (den wir zwar nicht brauchten, dann aus Höflichkeit aber trotzdem benutzten ^^). Als wir unser Zelt unter der Dauerbeobachtung von der gesamten Rentnerpartei dann endlich aufgebaut hatten, verweigerte unser Gaskocher auch noch nach einem letzten Aufflammen den Dienst, weil die Gasflasche leider leer war (gut, dass wir mittags noch beschlossen hatten, morgen eine Reserveflasche zu kaufen), sodass wir unsere halb garen Nudeln wieder verpackten und stattdessen 5 Packungen Instantnudeln verspeisten. Nach einer Dusche und einem Telefonat in die Heimat ging es dann ins Bett, das ja nicht einmal eins ist.